Marco Kreyer
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"Bamberg ist einfach schön!"

Carolin Reiber mit der "BayernTour" des Bayerischen Fernsehens zu Gast in Bamberg

 
  Im Gespräch mit Carolin Reiber. Foto: Marco Kreyer
   

Treff: Frau Reiber, was macht Bamberg so attraktiv für die "BayernTour"?

Carolin Reiber: Ich bin sicher, daß das Bayerische Fernsehen jede Möglichkeit beim Schopf packt, um hier eine Sendung zu machen. Und die "BayernTour" ist seit drei Jahren eine der erfolgreichsten Bürgersendungen, weil sie nicht nur die Schönheit der einzelnen bayerischen Fleckerl aufzeigt, sondern auch, was der Bürger tun muß, damit seine Heimatstadt so schön bleibt. Bamberg - Weltkulturerbe, Bischofsstadt, Bierstadt, Theaterstadt. Bamberg ist eigentlich das oberfränkische Wirtschaftszentrum. Bamberg hat ja, was mich fasziniert, ein Innenleben, die Bürger leben auch in der Stadt. Das hat natürlich eine ganz besondere Ausstrahlung. Ich meine, Bamberg ist einfach schön.

Treff: Wo liegen die Schwerpunkte dieser Ausgabe der "BayernTour"?

Carolin Reiber: Wir haben ein wunderschönes Ortsportrait, um Bamberg erst einmal vorzustellen, weil die "BayernTour" bundesweit gesehen wird.

Dann geht es mit dem Oberbürgermeister Lauer um das Weltkulturerbe. Natürlich auch um das internationale Künstlerhaus, die Villa Concordia, und das Bamberger Bier.

Dann haben wir den Intendanten Herrn Lewandowski, der über die Sanierungspläne und Fertigstellung des E.T.A.-Hoffmann-Theaters informieren wird.

Die Erfolgsautorin Tanja Kinkel scheint mir eine sehr interessante Person zu sein. Denn mit 28 Jahren fünf Bestseller geschrieben zu haben, ist eine Leistung.

Dann geht es um die Bamberger Symphoniker und natürlich um das Wirtschaftsleben. Es ist ja enorm, wenn man sich überlegt, daß diese Kulturstadt auch ein so pulsierendes Wirtschaftsleben hat. 70.000 Einwohner und gut 55.000 Arbeitsplätze. Das muß erst einmal einer nachmachen.

Treff: Wieso wurde Bamberg eigentlich für die "BayernTour" ausgewählt?

Carolin Reiber: Wir sind seit drei Jahren unterwegs. Zuletzt waren wir in Oberammergau. Jetzt sind wir in Bamberg. Das nächste Mal sind wir in Donauwörth. Alle Regierungsbezirke kommen dran. Wir waren die erste Sendung auf der Zugspitze. Man kann über das schöne Bayernland eigentlich nicht genug berichten. Es gibt ja auch immer wieder was Neues. Bamberg ist ein Solitär, würde ich fast sagen. Es ist ja in Süddeutschland die einzige Stadt, die in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. Jeder kennt Bamberg, will etwas darüber wissen und es immer wieder sehen. Es ist eine Stadt, die man gerne besucht.

Treff: Die "BayernTour" läuft jetzt seit drei Jahren sehr erfolgreich. Woher kommt die Idee für diese Sendung?

Carolin Reiber: Die Idee kommt vom Chefredakteur Sigmund Gottlieb. Es ist eine journalistische Sendung, die direkt unter ihm angesiedelt ist und er hält ein Auge darauf.

Treff: Was fasziniert sie persönlich an Bamberg?

Carolin Reiber: Wunderschöne Erinnerungen! Ich hatte hier eine tolle Modereportage und dann das Quiz "Bayern - Wo es kaum einer kennt". Und dann eben der Spiden-Preis, den ich hier verliehen bekommen habe, mit der Ministerin Angela Merkel in der Residenz. Das fand ich sehr schön.

Treff: Frau Reiber, sie sind sehr häufig im Fernsehen präsent. Wie schaffen sie es, eine so aufwendige Sendung wie die "BayernTour" zu organisieren und zu moderieren?

Carolin Reiber: Da steht natürlich eine sehr gute Redaktion dahinter. Wir sind ein sehr gutes Team! Wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Ob eine Daniela Weiland, mit der ich schon den "Fleckerlteppich" gemacht habe oder die Redakteurin Margot Waltenberger-Walte. Natürlich lese ich alles über Bamberg - sämtliche Zahlen. Die habe ich jetzt alle im Kopf. Man schaut sich die Filme alle an, die das Team gedreht hat, ist vor Ort. Mit den Gästen unterhält man sich eigentlich erst in der Sendung. Innerhalb von drei Stunden müssen wir die Sendung sendefähig gemacht haben für die Aufzeichnung und dann live aufzeichnen. Das ist aus Kostengründen nötig.

Treff: Wir nehmen an, daß es sicherlich doch schwer war, überhaupt da hinzukommen, wo sie jetzt sind, sich dorthinzuarbeiten?

Carolin Reiber: Tja, die Lehrjahre macht man, die Gesellenjahre macht man. Es war halt ein Plagen und sich Hocharbeiten. (Pause) Und das ist auch richtig so! Bei mir war das so, es war ja das Tollste, wenn man eine Generalansage um 20.15 Uhr machen durfte. Wissen sie, seit fünf, sechs Jahren gibt es ja gar keine Ansagerinnen mehr. Aber vor 15 Jahren. Da wenn sie eingeschaltet haben, da stand dann erst ARD, dann kam München, dann kam die Ansagerin. Da mußten wir so gut sein, daß die Leute einfach gesagt haben: bei dem Kanal bleibe ich. Heute gibt es das gar nicht mehr. Heute moderieren wir die Sendung. Das ist eine ganz andere Aufgabe. Die kann man aber auch nur richtig machen, wenn man weiß, wie du mit einer Kamera arbeiten mußt. Das ist eine ungalubliche Hilfe! Wenn ich heute in einer Halle bin, wie der Dortmunder Westfalenhalle mit 8.000 Menschen, dann sind die Menschen für mich in diesem Augenblick gar nicht so wichtig, wie vielleicht für einen Schauspieler. Für uns sind es die Millionen, die hinter dem Objektiv stecken. Das ist ein ganz anderes Arbeiten! (Pause) Aber das haben wir gelernt!

Treff: Frau Reiber, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen ihnen einen schönen Aufenthalt in Bamberg.

Das Interview führten Claudia Preißinger-Baumgärtner und Marco Kreyer.

Artikel erschienen im Magazin Treff, Ausgabe Mai/1998.

 

© Marco Kreyer — 2012